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Also, wie versprochen kommt hier der erste Artikel. In diesen werde ich über die Freuden und Probleme einer Wasserkühlung berichten. Bevor ich aber mit dem eigentlichen Kern der Sache beginne ist zu erwähnen, dass es sich bei meinen PC um einen MEDION PC von ALDI handelt.

Ich weiß, dass jetzt einige lachen werden, aber zu dem Zeitpunkt als ich meinen PC erworben habe, war das Preis-Leistungs-Verhältnis für einen PC dieser Art ziemlich gut.

Im Rechner befindet sich ein Intel Pentium IV Prozessor mit 2,6 GHz. Standartmä?ig verfügte der Rechner über 512MB Arbeitsspeicher, welchen ich auf 1024MB erhöht habe. Desweiteren habe ich handelsübliche RAM-Kühler auf die RAM Bausteine aufgesetzt.

Als Wasserkühlung kommt die BigWater SE von Thermal-Take zum Einsatz.

Letztes Jahr hatte ich nun beschlossen eine Wasserkühlung in meinen zu installieren. Die Idee von der Sache her war auch ganz gut, nur leider habe ich nicht beachtet, dass mein Gehäuse dafür nicht ausgelegt war. Ich lies mich von meinem Vorhaben nicht abhalten und begann mit Hilfe von Falk die Wasserkühlung in das Gehäuse des MEDION PC's zu installieren.

Was das Ergebnis ist, dass könnt ihr hier sehen.

So sieht es aus, wenn man eine aktive Wasserkühlung in ein viel zu kleines Gehäuse einbaut

Nun gut, die Wasserkühlung wäre installiert. Wie man hier sehen kann war die Installation der Wasserkühlung extern, anstatt intern. Die WaKü BigWater SE ist aber eigentlich nicht für die externe Anwendung konzipiert. Durch die Anbringung einzelner Komponenten der Wasserkühlung extern kamen nun auch einige Probleme mit sich. Eines was man nennen kann ist, dass man zwangsläufig in den Schläuchen hängen bleibt, was unter Umständen zum Supergau führen kann.

Das Ergebnis war für mich nicht gerade sehr zufrieden stellend und ich beschloss mir ein größeres Gehäuse (einen Big Tower von Chieftec) zu kaufen. Gesagt. Getan. Nächster Schritt: Alles umbauen! Das beinhaltet so unschöne Aufgaben, wie das alte System auseinander nehmen, das Wasser ablassen und aufpassen, dass bloß kein Wasser auf das Mainboard tropft.

Ablassen des Wassers aus dem alten System

Jetzt muss man nur noch alles umbauen! Bevor man aber mit dem Umbau beginnt, sollte man sich zwangsläufig schon mal einen ungefähren Plan machen, wo und wie man etwas unterbringt. Im folgenden Bild kann man deutlich die Größenunterschiede der Gehäuse feststellen. Falk und ich dachten uns, den Radiator über dem Netzteil anzubringen, damit dieser die warme aufsteigende Luft absaugt. Den Ausgleichsbehälter wollten wir ganz oben anbringen.

Das Netzteil war NICHT im Lieferumfang enthalten.

Nun müssen die ganzen Innerein des kleinen Gehäse in das grosse

Nun konnte endlich die große Aktion des Umbaus beginnen. Zur Veranschaulichung des Chaoses, welches in meiner Wohnung vorherrschte, kann folgendes Bild verdeutlichen. Der Fußboden war mit Schrauben bedeckt, wie im Winter der Boden von Schnee, Kabel lagen herum und die ganzen Innerein meines PC's. Dazu kamen noch ein paar extra Teile, die im neuen Gehäuse mit verbaut werden sollten.

Das Chaos welches durch die ganzen Teile verursacht wurde

Im nächsten Schritt, nach dem das alte Gehäuse ausgeräumt war, haben Falk und ich das Mainboard (MSI-6701 - MD5000 - MEDION OEM) in das neue Gehäuse mit den mitgelieferten Abstandshaltern eingebaut. Man könnte hier auch sagen eingepasst, da das MEDION OEM Board nicht wirklich nach einem Standard genormt ist und somit die Bohrungsschablonen die im Gehäuse des Towers waren nicht zu meinem Motherboard passten. Zuvor haben wir jedoch den Wärmetauscher und den Ausgleichsbehälter in das neue Gehäuse eingebaut. Wir mussten aber leider bei der Inbetriebnahme feststellen, dass wir den Radiator nach unten hin verlagern müssen, weil die mitgelieferte Wasserpumpe zu schwach ist.

Einpassen des Mainboards in das Gehäuse

Das Anpassen des Mainboards nahm nicht viel Zeit in Anspruch. Es ist meiner Meinung nach, nur eine etwas lästige Arbeit, die ein wenig Fingerspitzengefühl und Augenmaß erfordert.

Nun kam eine etwas leichtere Aufgabe: Die Pumpe befestigen. Die Wasserpumpe zu befestigen erfordert keine besonderen Fähigkeiten oder Kenntnisse. Zur Befestigung der Wasserpumpe wählten wir eine Gewindebohrung des Gehäuses, welche zur Anbringung des Mainboard gedacht war. Da aber das MEDION Motherboard nicht sehr groß ist kann man die Pumpe ganz bequem daneben befestigen. Zum Thema Pumpe wäre noch zu erwähnen, dass man eine ausreichend starke Pumpe wählen sollte, da sonst die Pumpenleistung für ein größeres Gehäuse nicht ausreichen könnte. Es empfiehlt sich also von daher die Wasserkühlung selbst zusammen zu stellen. In meinem Fall hatte ich ein Koplettsystem der Marke Thermal-Take erworben und musste leider feststellen, dass meine Pumpenleistung zu gering war. Daraufhin musste der Wärmetauscher nach unten hin verlagert werden. Ideal wäre der Wärmetauscher über dem Netzteil gewesen. Dort hätte dieser perfekt rein gepasst und die warme Luft (Wärme steigt ja bekanntlich) wäre somit auch abgesaugt wurden.

Befestigung der Pumpe

In den nächsten Arbeitsgängen haben Falk und ich nur ein paar kleine Details eingebracht. Diese Details beinhalten das Anbringen von drei Lüftern von 92mm mit einer Drehzahl von 1000u/min. Die tausender Lüfter haben den entscheidenden Vorteil, dass diese sehr leise arbeiten. Und wer jetzt sagt: Der hat doch eine Wasserkühlung, wieso baut er dann keine Wasserkühlung für seine Festplatten ein, dem kann ich entgegnen, dass ich leider das Geld nicht zur Verfügung habe um dieses zu realisieren, da sich in meinem PC vier Festplatten befinden.

So sieht das Ganze aus, wenn alles fertig installiert ist

Ein paar Lötarbeiten

Der Kühlkörper vom CPU.
Im Dauerbetrieb zeigt sich jedoch, dass der Kühlkörper nur am Anfang schön aussieht. Mittlerweile ist ein wenig von dem Kühlwasser zwischen Kumpferblock und Acryldeckel geflossen. Das dieser Anblick nicht allzu schön ist, kann man sich vorstellen. Jetzt kann man nur noch hoffen, dass die Dichtung hält und nichts auf die Grafikkarte tropft.

Der Kühlkörper vom CPU

Und so sieht das Ganze aus, wenn es fertig ist! Endlich war ein akzeptales Ergebnis erreicht.

Frontansicht des PC

Jetzt gab es sogar noch ein kleines Display zum Auslesen der Wasservorlauftemperatur! Das Display färbt sich rot und ein Piepser gibt ein akustisches Signal aus, wenn es die eingestellte Höchsttemperatur erreicht ist. Es wäre vielleicht zu überlegen, das Signal, welches den Piepston auslöst auf das Mainboard zu leiten, um dadurch ein Herunterfahren oder Ausschalten des Rechners zu erreichen (graue Theorie).

Display zum Auslesen der Wassertemperatur

Fazit:

Meiner Meinung nach ist eine aktive Wasserkühlung eher nicht empfehlenswert. Wenn man den CPU stark herunterkühlen möchte muss man die Drehzahl des Lüfters erheblich über das Potentiometer steigern. Weiterhin ist mir aufgefallen, dass im Sommer die Wassertemperatur durch die Umgebungstemperatur schon sehr hoch ist. Dadurch werden keine guten Kühlwerte erreicht und man muss zwangsläufig den Lüfter auf voller Drehzahl laufen lassen, was Lärm verursacht. Wie ich auch schon vorher erwähnt habe ist die mitgelieferte Pumpe nicht gerade sehr stark und die Fördermenge nur sehr gering. Dadurch verschlechtert sich die Kühlleistung noch ein weiteres mal. Daher habe ich mich entschlossen in meinen nächsten Computer eine passive Wasserkühlung zu integrieren und mir anstatt eines Pentium einen AMD zu kaufen, da ein AMD bekannterweise nicht so viel Hitze produziert. Falk verwendet eine passive WaKü der Firma Kailon in Verbindung mit einem AMD und erzielt dadurch beste Temperaturen.

Aus den genannten Fakten, kann man nun schlussfolgern, dass die Wasserkühlung von Thermaltake nicht unbedingt für Overclocking geeignet ist (vorallem nicht im Sommer). Da ich mit meinem Rechner, aufgrund meines Betriebssystemes Gentoo, häufig daran gebunden bin die Sourcecodes zu compilieren steigt die Temperatur des CPU im Sommer erheblich und es ist dann nicht möglich den Lüfter am Wärmetauscher mit geringen Drehzahlen laufen zun lassen, da sonst der CPU überhitzt und das System instabil wird.

Ich rate vom Kauf einer Wasserkühlung von der Firma Thermaltake ab, da in meinem Fall die Wasserkühlung, trotz gerechter Wartung und Pflege, ausgelaufen ist und meinen PC somit beschädigt hat.

Nachträglich habe ich vor alle Lüfter, die sich am Gehäse des PC's befinden Filter aus Perlon angebracht. Perlon habe ich deshalb gewählt, weil diese den Luftstrom nicht zu sehr bremsen und trotzdem noch sehr gut den Staub aus der Luft filtern, damit dieser nicht ständig in das Geh?use gelangt.

Hier folgen noch ein mal die technischen Daten:

Technische Daten Wasserkühler:

Maße: 60 x 78 x 23.5 mm
Material: Massiver Kupferblock mit transparentem Acryldeckel
blaue LED-Beleuchtung
Gewicht: 453g

Technische Daten Radiator:

Maße: 122 x 35 x 166 mm
Material: Aluminum
Gewicht: 835g

Technische Daten Wasserpumpe:

Maße: 66 x 61,5 x 36 mm
Betriebsspannung: 12V
Nennstrom: max. 0.4A
Pumpenleistung: 90 Liter/h
Geräuschentwicklung: 18 db(A)
Lebensdauer: ca. 50.000 Std.

Gewicht: 230g
Anschluss: 3-Pin und 4-Pin Molex (wahlweise)
blaue LED-Beleuchtung

Technische Daten Lüfter:

Maße: 120 x 120 x 35mm
Nenndrehzahl: 1300~2400 U/min
Geräuschentwicklung: 16dBA~30dBA (regelbar)
Betriebsspannung: 12V
Nennstrom: max. 0.14A~0.48A
Erzeugte Luftströmung: 38.6CFM~93.7CFM
Lagerung: Bearing Type Sleeve
Lebensdauer: ca. 30.000 Std.
Gewicht: 90g
Anschluss: 4-Pin

Technische Daten Wassertank:

Wassertank in Form eines 5,25" Gehäuses
Abmessungen (BxHxT): 139 x 30 x 139 mm
Volumen: 1/4 Liter
Gewicht: 103g
Anschlüsse: 1/4"

Lieferumfang (Retail):

Kupfer Wasserblock mit blauer LED für Sockel LGA775, 478, K7, K8
Haltesysteme für Sockel LGA775, 478, K7, K8
Wasserpumpe 12V mit blauer LED
5,25" Wassertank, bzw. Ausgleichbehälter
Radiator mit regelbarem 120mm Lüfter
Slotblech mit integrierter Lüftersteuerung
Slotblech zur Schlauch- und Kabeldurchführung bei externer Montage
500ml Kühlflüssigkeit mit Korrosionsschutz (UV-Aktiv)
Anschlüsse mit Schnellverschraubung
Schrauben
2x 1,5 m UV-Aktiver Schlauch

Quelle (techn. Daten):
https://www.ssl-id.de/compito.de/shop/index.htm?
d_HXLT71_Thermaltake_BigWater_SE___120mm_Liquid_Cooling_System2188.htm

Bei Fragen stehe ich per E-Mail zur Verfügung.

Die Internetseite von Falk findet ihr unter
www.thunderbolt2000.de.